SVEN AMTSBERG

BRIGITTE UND DIE EINSAMEN MÄNNER 





Sie hatte immer geglaubt, als Brigitte falle ihr das Leben leichter. Dass die Menschen eher mit einer Brigitte befreundet sein wollten als mit einer Tanja. Tanja, das klang ja schon langweilig. Tanja klang nach Weinen und kleinen Fingern und früh nach Hause. Brigitte dagegen klang trinkfest. Irgendwie gebärfreudig, fand Brigitte.


Doch die Wahrheit war: Auch als Brigitte lief es beschissen. War es ganz schlimm, kaufte sie sich Fleisch, viel Fleisch und Gemüse, viel davon, und baute sich daraus einen mannähnlichen Haufen im Bett, an den sie sich an den Sonntagen anschmiegte. Arbeit hatte sie keine, und manchmal waren die Sonntage so lang, dass daraus schon Montage wurden, Dienstage, manchmal sogar Mittwoche, und dann hatte sie das Gefühl, als erwache dieser Mann neben ihr zum Leben und liebkose sie mit ganz vielen kleinen Fingerchen. 


Dass das nicht richtig war, das wusste sie selbst. Doch sie dachte dann an ihren Vater, der immer gesagt hatte: