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Die nächsten Veranstaltungen

23. FEBRUAR 2023

DIE WAHRHEIT ÜBER LÜBECK #5

Fiktives Stadtführungs-Entertainment 

mit Lars Dahms und Sven Amtsberg


20 UHR, kaak, Markt


Lübeck ist eine noch sehr junge Stadt, die – auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen – nicht wirklich gewachsen ist, sondern bewusst so erdacht und geplant wurde. Daher nennt man Lübeck auch das Brasília des Nordens. Denn wie bei Brasília handelt es sich auch bei Lübeck um eine sogenannte Fertigstadt. 


Nach dem Prinzip des Fertighauses wurden sämtliche Teile Lübecks in Taiwan vorgefertigt, und dann innerhalb eines Tages hier aufgebaut. 

 

Entstanden ist Lübeck so am 23. Februar 1973, und ganz bewusst hat man versucht, es möglichst alt und wenig modern aussehen zu lassen. Stahl und Beton hat man gekonnt so verkleidet, dass es aussieht, als habe man Teile Lübecks bereits vor Hunderten von Jahren gebaut. 


Der Geruch perfektioniert diese Illusion. Eine Art Mittelalter-Parfüm, mit dem man Stahl und Beton eingestrichen hat, so dass Lübeck riecht, wie es nun einmal riecht – modrig aber gemütlich. 


Mit dieser Stadtführung wollen wir den 50. Geburtstag Lübecks feiern.



Nichts, was Sie in dieser Stadtführung über Lübeck erfahren, stimmt. Alles ist erstunken und erlogen. Aber was soll man auch machen, wenn es Bauwerke und Plätze gibt, die zwar wunderwunderschön sind, aber an denen nie etwas von Bedeutung geschehen ist? Eben. Wir wollen gerade diesen historischen Nichtsnutzen Beachtung schenken.



  Eintritt: 8 EUR. Kein Vorverkauf. Tickets am Abend der Veranstaltung direkt vor Ort. 





– Dieses Projekt wird von der Possehl-Stiftung gefördert –

27. APRIL 2023

DIE WAHRHEIT ÜBER LÜBECK #6

Fiktives Stadtführungs-Entertainment mit Alexander Posch und Sven Amtsberg


20 UHR, drehbrückenplatz


In dieser Führung wollen wir uns einmal den Hafen Lübecks ansehen. Einst der größte Hafen der Welt, ist heute nur noch ein kleiner Teil davon übrig, den man auch nur der Touristen wegen hat stehen lassen, die sonst vermutlich enttäuscht wären. 


Auch die Schiffe, die man sieht, sind in Wahrheit keine Schiffe, sondern Betongebäude, errichtet auf dem Boden der Trave, die man obenrum schiffsähnlich hat aussehen lassen.


Nichts deutet heute noch auf den Trubel hin, der früher hier herrschte. Hier wurde ein reger Handel betrieben – vor allem mit Travewasser, das man von hier aus in die ganze Welt exportierte. 


Denn die Trave ist ja nicht nur der schönste Fluss überhaupt, sondern Travewasser ist auch ein ganz besonderes Element, und wird im Volksmund auch »Das Kokain des Lübeckers« genannt. Denn Travewasser, wir wissen es, macht munter und gute Laune, aber auf eine vernünftige Art. 


Nicht umsonst steckt in dem Wort Trave, das Wort »Rave«. Und die erste Love-Parade fand dann auch hier in Lübeck statt, wo die durch Travewasser derart aufgeputschten Lübecker bis nach Berlin zogen. 


Mit Erfindung des Marzipans, dieser Droge der Bausparer, geriet das Travewasser ins Hintertreffen, und schließlich musste Lübeck Teile des Hafens an Hamburg verkaufen. Schade.



  Eintritt: 8 EUR. Kein Vorverkauf. Tickets am Abend der Veranstaltung direkt vor Ort. 





– Dieses Projekt wird von der Possehl-Stiftung gefördert –


29. JUNI 2023


DIE WAHRHEIT ÜBER LÜBECK #7

Fiktives Stadtführungs-Entertainment mit Katrin Seddig und Sven Amtsberg


20 UHR, Brücke Hüxterdamm

Fotograf: Thomas Panzau/altonale  

Vergangene Veranstaltungen 2022

Videos



DIE WAHRHEIT ÜBER MICH UND STEFAN KRETZSCHMAR

Comedy-Roast-Show Vol. III



»Stefan. Mensch, Stefan. Ich weiß, du wirst dich nicht mehr an mich erinnern. Früher sah ich anders aus. Genau wie du. Wir waren ganz schön fett. Die Haare trugen wir in dicken Bauernzöpfen, wie es damals Mode war. Dazu viel Nicki, Frottee und Asbest. 

Wir waren im Grunde immer wie Brüder, Zwillinge. Selbst deine Eltern haben uns oft nicht auseinanderhalten können. Einmal bin ich sogar statt deiner mit in den Urlaub gefahren…« 



SHOW »ARBEIT IST TRUMPF«

ABM-Entertainment mit Sven Amtsberg


Früher ließen sich mit Musik und Literatur noch Millionen verdienen. Doch spätestens seit Abschaffung des Urheberrechts müssen auch Künstler richtig arbeiten gehen. Mit diesem Format haben wir Größen aus der Showbranche den Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Diese Show fand unter anderem in einer Arztpraxis, dem Schallplattenladen Freiheit & Roosen, sowie einer Cruising-Bar statt. Zu Gast waren u.a. Jasmin Ramadan, Richard von der Schulenburg und Justin Balk. Musikalisch unterstützt wurde die Show von Siebeth und dessen Kassettenrekorder.

Fotograf: Thomas Panzau/altonale  

Bücher

PARANORMALE PHÄNOMENE

Fast wahre Geschichten


MIT ILLUSTRATIONEN VON KAT MENSCHIK


Rahlstedt, dachte ich immer, und dann würde das Leben losgehen. Nena lebt in Rahlstedt, hatte meine Frau gesagt, als ich sie fragte, warum wir nach Rahlstedt ziehen sollten. Ausgerechnet Rahlstedt. Das Haus war günstig gewesen. Der Garten so groß, dass die Kinder darin spielen konnte, ohne dass man sie vom Haus aus noch sah. Es grenzte an die Bahnstrecke, die kaum befahren war. Manchmal bekam man hier das Gefühl, Hamburg würde Rahlstedt vergessen. Absichtlich. Und einmal im Jahr fuhren wir Rahlstedter in die Hamburger Innenstadt und protestierten. Für Rahlstedt. Gegen das Vergessen. Mit Bettlaken, auf denen Rahlstedt stand. Trillerpfeifen und Schirmmützen… 

111 GRÜNDE, DEN FC ST. PAULI ZU LIEBEN

Eine Liebeserklärung an den großartigsten Fußballverein der Welt


Untersuchungen haben ergeben, dass im Grunde die meisten Menschen den FC St. Pauli lieben. Nur viele wissen es noch nicht oder verheimlichen es vor sich selbst aus Angst vor den Reaktionen von Familie, Kollegen und Gesellschaft. Denn noch immer wird die Liebe zum FC St. Pauli nicht überall toleriert, und Anhänger werden als Zecken beschimpft. Der soziale Druck ist hoch.


Viele unterdrücken ihre Liebe und versuchen, eine Lüge zu leben – manche sogar ihr Leben lang. Es ist ein enormer Leidensdruck, der so entsteht und an dessen Ende nicht selten Depression oder Suizid steht. Viele verstellen sich und ziehen jedes Wochenende in Stadien zu Vereinen, die sie nicht wirklich lieben. Verhüllen sich mit Trikots und Schals, um unter diesem Schutzpanzer ihre wahre Gesinnung zu verbergen. Sie verdrängen ihre Gefühle, bis sie dem Druck irgendwann nicht mehr standhalten können und zusammenbrechen…

SUPERBUHEI

Roman


Hinter dem Tresen hängt ein großes Porträtfoto von Klaus Meine. Es laufen ausschließlich Songs der Scorpions. Zwölf Stunden lang. Jeden Tag wieder. Ich bin froh über jede neue Platte, die sie herausbringen. Gerade über das Comeblack Album, auf dem sich zusätzlich zu Neueinspielungen alter Titel auch Cover-Songs befinden. Das sorgt wenigstens für etwas Abwechslung. Das alles ist Teil eines ausgeklügelten Konzepts, das ich mir in meiner Anfangseuphorie überlegt habe. Klaus Meine – das sollte der intellektuelle Überbau fürs schnöde Saufen sein. Zusätzlich hatte ich den Getränken Namen wie »Gin Of Change« oder aber »Grog You Like A Hurricane« gegeben. Irgendwie habe ich gehofft, der Name Klaus Meine würde diesem Laden zu ein wenig Glamour verhelfen… 

DIE WAHRHEIT ÜBER DEUTSCHLAND

Städtetouren für Besserwisser


Der Hanseat, dieser mundfaule Sympath, verstand es schon früh, seine gute Laune dadurch auszudrücken, indem er Menschen in seiner Umgebung sich ausziehen ließ. 

Das waren die Anfänge des Nacktgeschäfts, das auf der Reeperbahn perfektioniert wurde und noch immer die Grundsäule der Hansestadt bildet. Auf der Reeperbahn fing alles an. Hier entstand das Neonlicht, hier entdeckte man beim Graben das Bier und auf der Reeperbahn begannen die ersten Shows, dessen einziges Konzept die Nacktheit Fremder war. 


Wie es so ist mit der Nacktheit, irgendwann hat man alles gesehen, und ein Nackter lockte nur noch wenige verklemmte Touristen an, die mal ein Foto von sich mit einem echten Nackten machen wollten. Sollte daraus ein Geschäft werden, musste man sich was anderes einfalle lassen. 

Das Herumziehen eines Nackten im Kreis, war eine Innovation, die nur kurz für frischen Wind in der Nacktbranche sorgte. Schließlich vermietete man Nackte, so dass man sich diese mal in aller Ruhe ansehen konnte. Gegen einen Aufpreis durfte man auch mal ein paar nackte Stellen anfassen. 


Das Geschäfte boomte, immer mehr Menschen kamen aus der ganzen Welt hierher, um sich die Nackten anzusehen oder selbst als Nackter zu arbeiten, da die Ausbildung zum Nackten meist nur wenige Tage in Anspruch nahm…

DAS MÄDCHENBUCH

Kurzgeschichten


Es juckt. Ihre Katze macht mir Allergien. Aber das akzeptiert sie nicht. Ich muss ständig die Katze anfassen. Sonst macht sie Schluss, sagt sie. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalten kann. Meine Haut ist rot. Sie schuppt. Sie juckt. Meine Augen tränen. Sie sind geschwollen. Gerötet. 

Ich habe oft versucht mit ihr darüber zu reden. Ihr zu sagen, dass ich ihre Katze nicht berühren kann. Auch wenn ich sie mag. Sie und ihre Katze. Aber sie sagt, uns gibt es nur im Doppelpack. Danach lacht sie so komisch, dass ich Angst bekomme, und sagt, los, fass die Katze an. Sonst mach ich Schluss.

Was soll ich schon tun. Ich will nicht, dass sie Schluss macht. Ich streichel die Katze. Etwas später geht es dann auch schon los. Meine Haut wir rot. Meine Augen feucht. Und ich kratze und kratze und kratze. Bekomme Striemen davon. Narben. Es blutet… 

103

103 Kurzgeschichten


Jeanny ist noch oben in meinem Zimmer. Ich bin im Treppenhaus. Es ist dunkel. Sie denkt, daß ich nur kurz Zigaretten holen gehe. Aber das stimmt nicht. Ich rauche gar nicht. Jeanny ist ziemlich naiv. Sie glaubt mir fast alles. 

Draußen ist es kühl. Ich friere. Ich habe keine Sachen mitgenommen. Es wäre zu auffällig gewesen. Selbst Jeanny hätte was bemerkt. Oder? Naja, vielleicht auch nicht. Ich gehe zum Bahnhof und nehme den ersten Zug, der fährt. Der Schaffner knipst das Ticket ab, wünscht mir eine angenehme Reise. Ich bedanke mich. Lehne mich zurück in den gepolsterten Sitz. Denke an Jeanny in meinem Zimmer. Wie sie noch an dem gedeckten Tisch sitzt und auf mich wartet. Der Fisch darauf. Jeanny, die gefragt hat, ob der Fisch noch lebt. Weil er noch so naß aussieht. Wie gerade aus dem Teich.  


Ein paar Tage später entdecke ich ein Foto von mir in der Zeitung. Ich werde vermisst. Es ist die Porträtaufnahme, die ich Jeanny zum Geburtstag geschenkt habe. Ich habe sie aus einer Zeitschrift ausgeschnitten. Das auf dem Foto bin nicht ich. Es ist irgendein Japaner, der mir ähnlich sieht. Ich glaube ein Politiker oder ein Künstler. Jeanny hat es nicht bemerkt und sich sehr gefreut. Das Foto erscheint noch ein weiteres Mal in der Zeitung. Diesmal etwas kleiner. Sogar bis in die Tagesschau schaffe ich es. Dann hört der Medienrummel erstmal auf. Ich gelte weiterhin als vermißt. Nach einem Vierteljahr sehe ich mich noch einmal in Aktenzeichen XY. Ein schlechter Laienschauspieler spielt mich. Er sieht mir nicht besonders ähnlich. Jeanny spielt sich selbst… 

Texte

SUPERBUHEI

(Romanauszug)

Meine Kneipe, das Klaus Meine, ist nicht viel mehr als ein schmaler Anbau, den man vor ein paar Jahren nachträglich an den Supermarkt gebaut hat, ohne dass heute noch jemand sagen kann, warum eigentlich. Auch nach all den Jahren seines Bestehens wirkt er noch immer wie ein Fremdkörper. Eine Art längliche, gläserne Warze, die ein kleines Stück aus dem Supermarkt herausragt. Das Klaus Meine ist eng. Im Grunde gibt es nur den Tresen, vor dem acht Barhocker stehen, an denen man sich gerade so vorbeizwängen kann, will man zu den Toiletten, die sich im Inneren des Supermarkts gegenüber dem Kassenbereich befinden. Es gibt oft Ärger mit der Geschäftsleitung, die sich beschwert, wenn die Betrunkenen zwischen den einkaufenden Familien umherwanken. Gerade an Samstagen, wenn im Supermarkt Hochbetrieb herrscht.

Pressefotos